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Zum Ende der Seite springen Unterhaltszahlung für Kinder - Wie lange im Extremfall?
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Familienrechts-Alias


Dabei seit: 06.05.2011
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Unterhaltszahlung für Kinder - Wie lange im Extremfall? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Geburtsjahr: 1966
Staatsangehörigkeit: deutsch
Ausgeübte Tätigkeit/Arbeitsumfang: Vollzeitkraft

Geburtsjahr des Kindes/der Kinder: 1994 und 1997
Sind beide Elternteile sorgeberechtigt? ja

Bei getrennt lebenden Eltern:
Das Kind/Die Kinder leben bei: Der Mutter
Das Umgangsrecht ist geklärt/nicht geklärt: Ja, es ist geklärt.
Unterhaltszahlungen von wem, in welcher Höhe? - Zahlungen vom Vater in Höhe von 401 € pro Kind, also insgesamt in Höhe von 802 €.

Eheschließung im Jahr: 1990
Trennung im Jahr: 1997, Scheidung aber erst 2001


Hallo Patrik,

zunächst einmal vielen Dank für deine Tätigkeit hier und das Zurverfügung-Stellen deines Fachwissens. Ich finde diese Beratungsstelle sehr sinnvoll und nützlich und sie hat gefehlt.


Nähere Hintergrundinfos:
Die Daten, die du oben findest, sind auf meinen Mann gemünzt. Unsere Situation zu oben muss ich wie folgt ergänzen. Mein Mann hat aus erster Ehe zwei Kinder (17 und 13). 2001 war die Scheidung von seiner ersten Frau und im gleichen Jahr haben wir geheiratet. Wir haben eine Tochter (8) und ich gehe zu 50 % Teilzeit arbeiten. Mit der Scheidung wurde damals ein Vergleich geschlossen. Mein Mann war viele Jahre unterhaltspflichtig seiner geschiedenen Frau gegenüber und auch den Kindern gegenüber. Nach langem und hartem Kampf (leider letztendlich gerichtlich) wurde nun 2009 ein neuer Vergleich geschlossen, in dem festgelegt wurde, dass seine Exfrau keine Unterhaltsansprüche mehr hat und den Kindern ein dem Alter und der Düsseldorfer Tabelle angepasster Unterhaltsanspruch zusteht. Für uns war das natürlich eine erhebliche finanzielle Entlastung (auch wenn die Gerichtskosten immens waren, aber anders wäre er den alten, nicht mehr zeitgemäßen Vergleich ja nicht losgeworden). Nun ist es so, dass die Tochter (17) vor über einem Jahr den Realschulabschluss gemacht hat, aber leider so schlecht, dass sie keine Qualifizierung hatte. Da sie keine Lust auf eine Ausbildung hatte, versuchte sie nun im letzten Jahr die Quali nachzuholen (Berufsschule). Leider ohne Erfolg. Nun hat sie für das kommende Ausbildungsjahr eine Lehrstelle ausgeschlagen, da diese in einer Nachbarstadt angeboten wurde und sie morgens "zu früh" hätte aufstehen müssen, um mit dem ÖPNV zur Ausbildungsstelle zu kommen. Daher "eiert" sie herum und will eigentlich am liebsten 1 Jahr "Auszeit" nehmen und gar nichts machen, weil Schule und der ganze Alltag ja so anstrengend ist. Da ihre Mutter (mit der mein Mann leider keinerlei friedvollen und persönlichen Umgang hat) da Gott sei dank wohl dagegen ist, will sie nun wiederum 2 Jahre auf irgendeine Berufsschule gehen und ihr "Fachabi" nachmachen. Da sie aber leider nicht die nötige Motivation bzw. den nötigen Ehrgeiz hat, prognostizieren mein Mann und ich leider heute schon das Ergebnis. D.h., voraussichtlich wird sie (vom Schulabschluss her) mit 19 genauso weit sein wie vorher, nämlich bei einem schlechten Realschulabschluss ohne Ausbildungsplatz. Der Sohn (13, bald 14) ist jetzt übrigens in die 8. Klasse des Gymnasiums versetzt worden.

Meine Fragen:
- Wie würde ein Ausbildungsgehalt auf den Unterhalt angerechnet werden, wenn eines der Kinder mal einen Ausbildungsplatz findet? Wie müsste man in einem solchen Fall vorgehen, wenn man diese Anrechnung durchsetzen will?

- Wenn die Tochter 18 ist, wie verhält sich mein Mann am besten bezüglich des Unterhaltes für sie? Weiter an die Mutter zahlen? Nach den Wünschen der Tochter fragen? Einfach an die Tochter zahlen (den Vergleich hat ja die Mutter)?

- Wie oft kann denn ein nicht grad arbeitsmotiviertes Kind, das unterhaltsberechtigt ist, Ausbildungsplätze ablehnen, bevor man als Vater eine Chance hat, dass das Kind nicht mehr unterhaltsberechtigt ist? Welche Chancen hat der Vater denn, die Bemühungen um einen Ausbildungsplatz "zu überprüfen", wenn man nur auf die mündlichen Angaben des Teenagers angewiesen ist?

- Ganz allgmein: Wie lange muss ein unterhaltspflichtiger Elternteil längstens für's Kind zahlen?

Vielen Dank für deine Bemühungen.

Gruß, Sandra (geänderter Vorname)

Antworten bitte nur vom Experten und der Fragestellerin/dem Fragesteller, keine Antworten Dritter! Danke.
08.08.2011 14:52 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
Patrik Brendel Patrik Brendel ist männlich
Rabenexperte

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Dabei seit: 13.05.2011
Beiträge: 2
Kinder: 2 Kinder: 04/2007 + 12/2008

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Liebe Fragestellerin,

vielen Dank für deine ausführliche Schilderung des Sachverhalts. Insoweit habe ich das Problem verstanden.

Deine Frage/Fragen lassen sich allerdings nicht kurz beantworten, ohne den Rahmen hier zu sprengen.
Dennoch möchte ich auf deine vier Fragen in der gebotenen Kürze wie folgt antworten:

1.) Ein Ausbildungsgehalt wird auf den Unterhalt voll angerechnet Die Tochter hätte, wenn sie nicht bei ihrer Mutter wohnt, einen Unterhaltsbedarf von ca. Euro 670,00. Hierauf wird die Ausbildungsvergütung (gegebenenfalls mit geringen Abschlägen für Werbungskosten, also Fahrtkosten, Schulbücher, usw.) voll angerechnet. Ebenso das volle Kindergeld.
Wohnt sie aber noch bei einem Elternteil, wird anders gerechnet, jedenfalls solange sie minderjährig ist.
Unabhängig davon wird auch die Leistung nach BAföG noch zu berücksichtigen sein.
Wichtig ist, dass beim Kindesunterhalt für volljährige Kinder der Grundsatz des Barunterhalts gilt. Nicht nur der Vater, sondern auch die Mutter, die das Kind betreut und pflegt, hat dann entsprechend der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Unterhalt in Geld zu leisten. Die Betreuung und Pflege eines Kindes reicht dann zur Erfüllung der Unterhaltsobliegenheit, wie es bei minderjährigen Kindern der Fall ist, nicht mehr aus.

Solange die Tochter minderjährig ist, gilt die gerichtliche Vereinbarung (Vergleich). Diese kann nur in einem gerichtlichen Abänderungsverfahren durchgesetzt werden.
Wegen der Einzelheiten solltest du deshalb eine anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen.

2.) Sobald die Tochter 18 ist, gilt der gerichtliche Vergleich nicht mehr. Der Kindesunterhalt für das volljährige Kind ist damit neu zu ermitteln und gegebenenfalls, sollte die Tochter hierauf besteht, gerichtlich zu regeln.
Aus diesem Grund sind auch die Unterhaltszahlungen an die Mutter einzustellen. Unterhaltszahlungen sollten direkt an die volljährige Tochter geleistet werden, allerdings empfehle ich, bis zur Klärung der aufgeworfenen Fragen, die Zahlungen im Verwendungszweck "unter Vorbehalt" zu kennzeichnen und zu leisten.
Sollte zu diesem Zeitpunkt der "Eiertanz" der Tochter noch andauern, empfehle ich dies zur Klärung der Frage, wie die schulische und berufliche Zukunft der Tochter aussehen soll, die Unterhaltszahlungen vollständig einzustellen.
Ich würde hier nach dem Grundsatz: "fördern und fordern" verfahren. Wer nicht in die Schule gehen oder eine Ausbildung machen will, kann arbeiten gehen, um den eigenen Lebensunterhalt als Erwachsener sicherzustellen.

3.) Ich glaube, deine Frage 3.) habe ich bereits mit Antwort 2.), Teil 2 mit beantwortet.

Im Zweifelsfall geht es ohne gerichtliche Klärung nicht.

4.) Diese allgemeine Frage, lässt sich so nicht beantworten, ohne hier einen seitenlangen Aufsatz verfassen zu müssen.
Ich versuche es mal so -ganz allgemein- zu formulieren: dem Kind muss eine bestmögliche, seinen Neigungen und Fähigkeiten entsprechende Ausbildung ermöglicht werden.
Hierbei ist dem Kind auch ein mal zuzubilligen, dass es sich in seiner Ausbildung umorientiert.
Die Grenze, wo man davon sprechen kann, dass das Kind seinen Unterhaltsanspruch "verwirkt" hat, ist schwer zu ziehen. Hier ist eine Billigkeitsabwägung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls vorzunehmen.

Ich hoffe, dir / euch hiermit etwas weitergeholfen zu haben.

Sollte die Tochter jedoch weiterhin versuchen, "stressfrei" und "orientierungslos" durchs Leben zu "eiern", solltet ihr in punkto Kindesunterhalt eine "harte Linie" fahren.
Kurz vor dem 18. Geburtstag und sollte bis dahin ein klares Ausbildungsziel seitens der Tochter nicht definiert sein, solltet ihr euch zur Abklärung des weiteren Vorgehens in anwaltliche Beratung begeben.

Liebe Grüße

Patrik Brendel
Rechtsanwalt
12.09.2011 23:38 Patrik Brendel ist offline Nimm Patrik Brendel in deine Freundesliste auf
Familienrechts-Alias


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Beiträge: 0

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Hallo lieber Patrik,

erstmal vielen Dank für deinen Versuch, meine Fragen hier doch umfassend zu beantworten. Ich kann mir denken, dass das gar nicht so einfach ist, ohne den Rahmen zu sprengen.

Die interessanteste Info ist natürlich, dass der gerichtliche Vergleich nach der Volljährigkeit nicht mehr gilt (zumindest für die Tochter nicht mehr, für den Sohn ja schon, denn der ist ja etwas jünger). Also auch ohne Abänderungsklage.

Ich werde mal morgen meinem Mann deine Antwort zu lesen geben und mich im Bedarfsfall, wenn wir noch Fragen haben, hier im Thread nochmal melden. Vielen Dank!

Sandra
16.09.2011 22:40 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
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