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Zum Ende der Seite springen Stammzellspende und stillen
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murkel murkel ist weiblich
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Dabei seit: 29.04.2008
Beiträge: 3.440
Kinder: 2

Stammzellspende und stillen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Denise,

mein Sohn, bald 2 Jahre, stillt noch und es ist ihm immens wichtig.
Ich habe heute einen Brief von der DKMS bekommen zur weiterbestimmung der Blutwerte. Ich weiss, dass das noch kein Treffer sein muss, aber auch, dass es einer sein kann, was ja sehr schön wäre.
Ich hatte eine ähnliche Situation vor 4 Jahren mit einjährigem Stillkind, die DKMS hat bmich damals sofort "abgemeldet" aus diesem Grund, für ein weiteres Jahr.

Mir stellt sich die Frage nach dem Grund. Ist stillen eines großen Kindes wirklich ein Grund der gegen diese Entnahme spricht? Also muss ich mir jetzt überlegen, was wichtiger wäre, oder bin ich weiter potentieller Spender, nur in den Möglichkeiten eingeschränkt oder noch nicht mal das?

Lieben Dank schon mal!

__________________
LG,
murkel
murkels nähblog

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23.02.2012 11:07 murkel ist offline E-Mail an murkel senden Nimm murkel in deine Freundesliste auf
Denise Both Denise Both ist weiblich
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Dabei seit: 13.07.2007
Beiträge: 1.114

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Liebe Murkel,

Prinzipiell geht es beim Thema Stammzellenspende um zwei mögliche Verfahren: die Knochenmarkspende, von der vermutlich so gut wie jeder schon mal was gehört oder gelesen hat und die periphere Blutstammzellspende, bei der durch eine Stammzellapherese Blutstammzellen aus dem Blut herausgefiltert werden. In der Regel wird heute die periphere Blutstammzellspende bevorzugt.

Damit möglichst bei der Stammzellapharese möglichst viele Stammzellen gewonnen werden können, wird mit Hilfe eines Medikamentes die Mobilisierung von Blutstammzellen in das periphere Blut angeregt. Dazu wir der Granulozyten-Kolonie stimulierender Faktor (engl. Granulocyte-Colony Stimulating Factor, G-CSF) eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein Präparat mit dem Wirkstoff Lenograstim, das gentechnisch aus den Ovarialzellen des chinesischen Hamsters hergestellt wird.

Wenn nun also bei der Typisierung festgestellt wird, dass jemand als Spenderin oder Spender in Frage kommt, dann muss als nächstes geprüft werden, ob sie oder er die Einschlusskriterien bezüglich der Laborparameter und der klinischen Parameter für eine Spende erfüllen, insbesondere ob die hämatologischen (d.h. Kriterien hinsichtlich der Physiologie und Pathologie des Blutes) Einschlusskriterien erfüllt sind. Spender über 60 Jahre und Kinder werden in der Regel nicht angenommen, da es zu diesem Personenkreis keine oder keine hinreichenden Studien über die Auswirkungen von Lenograstim gibt. Ohnehin gibt es bislang nur wenige Langzeitbeobachtungen.

Dem oder der Spender/in wird über mehrere Tage hinweg mit Lenograstim subctan (unter die Haut) gespritzt oder als 30-minütige intravenöse Infusion, verdünnt in isotoner Kochsalzlösung verabreicht. Neben den bei fast allen Spendern auftretenden direkten Folgen dieser Behandlung, die sich in leichten bis mittelschweren, grippeartigen Symptomen mit Knochen und Muskelschmerzen zeigen. sind auch lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen, Splenomegalie (Vergrößerung der Milz) bis hin zu Milzruptur, hepatobiliäre Erkrankungen, sowie Lungenödem und Entzündungen der Gefäßwände beobachtet worden. Auch Langzeitfolgen sind nicht auszuschließen. Deshalb steht in der Fachinfo des Herstellers der Hinweis: „Die periphere Stammzelltransplantation ist ein Verfahren, das für den gesunden Spender keinen direkten Nutzen hat. Sie sollte nur auf solche Fälle begrenzt werden, die sich in Übereinstimmung mit den lokalen Richtlinien für die Knochenmarkspende befinden, sofern diese anwendbar sind.“

Bei 24 % der Patienten wurde eine ausgeprägte Leukozytose (Vermehrung der weißen Blutkörperchen) und bei 42 % der Versuchspersonen apheresebedingte Thrombozytopenien (Mangel an Blutplättchen, die sind wichtig für die Blutgerinnung) beobachtet. Außerdem wird die Möglichkeit der Stimulation eines malignen myeloischen Klons (Umwandlung einer Normalzelle in eine Tumorzelle) nicht ausgeschlossen. Spender und Spenderinnen sollten daher unbedingt durch das Transplantationszentrum über einen längeren Zeitraum nachbeobachtet werden.

Laut Schaefer et al.: „Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit“ 8. Auflage 2011 beträgt die für das gestillte Kind berechnete maximale Dosis von Lenograstim weniger als 0,3 %. Die Empfehlung für die Praxis lautet daher dort: „Unter der Therapie mit Granulozyten-Kolonie stimulierenden Faktoren darf gestillt werden.“
Allerdings ist es fraglich, wie sehr die möglichen Nebenwirkungen die Stillfähigkeit einer Frau alleine dadurch beeinträchtigen, dass die Mutter sich nicht mehr in der Lage fühlt zu stillen, weil sie zu sehr mit den Nebenwirkungen kämpfen muss.

Die Entscheidung für oder gegen eine Spende kannst nur Du allein treffen - und ich gebe zu, es ist wirklich keine leichte Entscheidung.

Liebe Grüße
Denise
23.02.2012 11:33 Denise Both ist offline E-Mail an Denise Both senden Nimm Denise Both in deine Freundesliste auf
murkel murkel ist weiblich
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Themenstarter Thema begonnen von murkel
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Liebe Denise,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Wenn ich das so lese, frage ich mich wieso nicht die bisher übliche Knochenmarkspende anstelle der Medikamentösen Behandlung genommen werden kann? geht es da um das Narkoserisiko? Oder um den Empfänger? Oder um prinzipiell unterschiedliche Anwendungen?

*seufz*
Die Entscheidung wird jetzt richtig schwer - denn mit Kindern werde ich bei "möglichen Langzeitwirkungen" und vor allem bei der Tumorgeschichte etwas hasenherzig.
Da kann ich mir eher vorstellen mich unter PDA am Beckenknochen aufbohren zu lassen.

__________________
LG,
murkel
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23.02.2012 11:47 murkel ist offline E-Mail an murkel senden Nimm murkel in deine Freundesliste auf
Denise Both Denise Both ist weiblich
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Liebe Murkel,

wie meine ausführliche Antwort zeigt, habe ich mich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, doch als Stillberaterin kann ich dich zu diesem Thema nicht weiterführend beraten, denn das liegt nicht mehr in meinem Kompetenzbereich.

Am besten gehst Du zu deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt und besprichst in aller Ruhe und ausführlich all deine Fragen und sollten dann noch Fragen offen sein (oder Du sehr detailinteressiert sein), dann ist es am besten, Du machst einen Termin bei den Transfusionsmedizinern.

Liebe Grüße
Denise
23.02.2012 11:58 Denise Both ist offline E-Mail an Denise Both senden Nimm Denise Both in deine Freundesliste auf
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Liebe Denise,

ja, das werde ich machen wenn ich in Frage komme. Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort oben - nur deswegen hatte ich gewagt weiterzufragen smile
ich lasse jetzt mal weitertypisieren und werde in der Zeit mal recherieren.

__________________
LG,
murkel
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23.02.2012 12:05 murkel ist offline E-Mail an murkel senden Nimm murkel in deine Freundesliste auf
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