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RABENELTERN.ORG e.V. » Beratungsstelle » Familienrecht » Was passiert nach der Scheidung mit dem Unterhalt ? » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
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Familienrechts-Alias


Dabei seit: 06.05.2011
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Was passiert nach der Scheidung mit dem Unterhalt ? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Geburtsjahr: 1971
Staatsangehörigkeit: deutsch
Ausgeübte Tätigkeit/Arbeitsumfang: Hausfrau
Nettoeinkommen monatlich:./.

Geburtsjahr des Kindes/der Kinder: 2004
Sind beide Elternteile sorgeberechtigt? ja

Bei getrennt lebenden Eltern:
Das Kind/Die Kinder leben bei:mir
Das Umgangsrecht ist geklärt/nicht geklärt:geklärt
Das Sorgerecht sollen beide ausüben oder nur eine Partei? beide
Unterhaltszahlungen von wem, in welcher Höhe? ich bekomme 550,00 €

Eheschließung im Jahr:2002
Trennung im Jahr:2010
Ehevertrag:nein

Meine Frage:Was passiert nach der Scheidung mit dem Unterhalt ?

Sehr geehrter Herr Brendel,

am 29.02. hab ich nun Scheidungstermin. Bis zur rechtskräfiftigen Scheidung bekomme ich noch 550 Euro Trennungsunterhalt. Während der Trennungszeit hab ich ein Dreivierteljahr gearbeitet (20 Std.).Leider hab ich meinen Job verloren und hab Nachweise, daß ich stets auf der Suche bin. Ich wohne mit meiner Tochter bei meinem Freund, das auch bekannt ist. Ebenso dem Gericht. Ich hab jetzt Angst, daß ich keinen Unterhalt mehr bekomme ab der Scheidung. Und eine freiwillige Krankenversicherung kann ich mir nicht leisten. Wegen der zu kurzen Arbeitszeit bekomme ich auch kein Arbeitslosengeld. Meinem Freund möchte ich nicht auf der Tasche liegen.

Können Sie Prognosen abgeben, wie das Gericht entscheidet mit dem Unterhalt ?

Vielen Dank im Voraus.

B.E.

Antworten bitte nur vom Experten und der Fragestellerin/dem Fragesteller, keine Antworten Dritter! Danke.
06.02.2012 20:07 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
Familienrechts-Alias


Dabei seit: 06.05.2011
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Hallo Herr Brendel,

ich hab noch vergessen zu erwähnen, daß ich mit der Geburt unseres Kindes 2004 zu Hause war und keine Berufsmöglichkeiten hatte, da wir auf dem Land wohnten. Betreuung war ebenfalls schwierig, ich war 365 Tage für mein Kind zuständig.
07.02.2012 14:11 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
Bettina Simon Bettina Simon ist weiblich
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Guten Tag liebe Fragestellerin!

Aufgrund des Wechsels antworte ich anstelle von Patrick Brendel.

Mit rechtskräftiger Scheidung erlischt der Anspruch auf Trennungsunterhalt und es muß - wenn weitere Unterhaltszahlungen gewünscht sind - Anspruch auf Zahlung von nachehelichem Unterhalt gestellt werden, zunächst außergerichtlich und bei fehlender Einigung darüber dann gerichtlich.

Der Anspruch kann nicht rückwirkend geltend gemacht werden, ohne nachweisliche Anspruchsstellung verfällt er!

Eine Prognose hinsichtlich einer Entscheidung des Gerichtes dazu kann ich nicht abgeben.

Die einschlägige Vorschrift steht im BGB und der Wortlaut gibt schon die entscheidenden Hinweise:

§ 1570
Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes.

(1) Ein geschiedener Ehegatte kann von dem anderen wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes für mindestens drei Jahre nach der Geburt Unterhalt verlangen. Die Dauer des Unterhaltsanspruchs verlängert sich, solange und soweit dies der Billigkeit entspricht. Dabei sind die Belange des Kindes und die bestehenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu berücksichtigen.

(2) Die Dauer des Unterhaltsanspruchs verlängert sich darüber hinaus, wenn dies unter Berücksichtigung der Gestaltung von Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit in der Ehe sowie der Dauer der Ehe der Billigkeit entspricht.


Das Gericht wird also weiteren Unterhalt zusprechen, wenn es der Billigkeit entspricht, dabei wird berücksichtigt, wie die Kinderbetreuung in der Ehe gestaltet war, wie eine Erwerbstätigkeit mit der aktuellen Kinderbetreuung vereinbar ist und ob überhaupt eine Erwerbsmöglichkeit besteht. Bei letzterem wird auch im Einzelfall entschieden, was zumutbar ist.

Ich hoffe, daß die Frage damit beantwortet ist, sofern nicht, bitte ich um Nachfrage!

Liebe Grüße
Bettina Simon
14.03.2012 14:36 Bettina Simon ist offline Homepage von Bettina Simon Nimm Bettina Simon in deine Freundesliste auf
Familienrechts-Alias


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Sehr geehrte Frau Simon,

herzlich Willkommen hier im Forum und vielen Dank für Ihre Antwort.

Die Ehe feiert im Mai diesen Jahres 10 Jahre und seit 2004 bin ich für's Kind da, da wir auf dem Land wohnten gab es keine Jobs. Eine Betreuung für's Kind war auch noch gegeben, da es schwer war sie überhaupt abzugeben. Der KV hat selten geholfen bei der Betreuung und ist zudem noch chronisch krank. Mental ging es auch gar nicht bei ihm. Nun bin ich seit Geburt raus aus dem Beruf und meine Bewerbungen kommen alle zurück.

Ich hoffe, daß ich einen guten Richter bekomme, der die Notwendigkeit sieht. Zudem plane ich noch eine neue Berufsausbildung zu machen (Studium Pädagogik Bereich) weil ich in meinem alten Beruf dauernd nur Absagen bekomme.

Zudem bin ich nun auch noch psychisch erkrankt und das Kind ebenfalls durch den Scheidungskrieg.

Ich hoffe das alles entspricht der Billigkeit genug. traurig
20.03.2012 20:21 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
Bettina Simon Bettina Simon ist weiblich
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Sehr geehrte Fragestellerin,

ich kann Ihre Bedenken gut nachvollziehen. Mit dem Unterhaltsrechtsänderungsgesetzt (2008) und dem dort umgesetzen Ziel der Selbstverantwortung geschiedener Ehegatten entstehen in Konstellationen wie der in Ihrer Familie schwerwiegende Probleme.

Letztlich müßte unter dem neuen Recht bei einer "Einverdiener-Ehe" verstärkt über eine ehevertragliche Regelung des nachehelichen Unterhaltes nachgedacht werden.

Das hilft Ihnen natürlich nicht in der konkreten Situation. Mit den geschilderten Umständen werden Sie aber sicher vor Gericht gehört, es kann nur keine Entscheidung prognostiziert werden, da immer im Einzelfall entscheiden wird und die Gerichte auch nicht gleichförmig entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen
Bettina Simon
21.03.2012 15:50 Bettina Simon ist offline Homepage von Bettina Simon Nimm Bettina Simon in deine Freundesliste auf
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Hallo Frau Simon,

vielen Dank nochmal für Ihre Antwort.

Wissen Sie auch wie eine neue Partnerschaft gesehen wird bei den Verhandlungen über den Ehegattenunterhalt ? Überall lese ich 2-3 Jahre dann wird es als verfestigt angesehen.

Dann hab ich noch eine Frage, weil ich meine Bewerbungen vorlegen muß,wenn ich Unterhalt fordere. Nun bin ich aber leider an Depression erkrankt. Muß ich mich dann krankschreiben lassen ? Momentan bin ich nicht in der Lage mich zu bewerben und beginne mit einer medikamentösen Behandlung mit Psychotherapie. traurig
23.03.2012 22:42 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
Bettina Simon Bettina Simon ist weiblich
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Guten Tag liebe Fragestellerin,

es kann ein nachehelicher Unterhaltsanspruch auch wegen Krankheit gegeben sein (§ 1572 BGB), wenn und solange von Ihnen wegen Ihrer Krankheit keine Erwerbstätigkeit erwartet werden kann. Auch dieser Anspruch kann zeitlich begrenzt werden.

Zur Frage der „Krankschreibung“: ich vermute, Sie meinen damit eine ärztliche Bescheinigung über Ihre Erkrankung. Sie benötigen diese sicher, wenn Sie Anspruch auf Unterhalt wegen Krankheit erheben, auch zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie z.B. zunächst Betreuungsunterhalt erhalten und nach Ende dieses Anspruches aufgrund Krankheit weiter nicht erwerbstätig sein können. Es ist daher erforderlich, dass Ihre Krankheit über den behandelnden Arzt dokumentiert wird.

Die Herabsetzung oder den Wegfall des nachehelichen Unterhaltsanspruchs aufgrund neuer gefestigter Lebensgemeinschaft (§ 1579 Nr. 2 BGB) hängt nicht von einer starren Zeitregelung ab. Anhaltspunkte sind ein über einen längeren Zeitraum hinweg geführter gemeinsamer Haushalt, das Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit, größere gemeinsame Investitionen oder die Dauer der Verbindung. Es wird von den Gerichten üblicherweise ein Zeitrahmen von etwa 2-3 Jahren angesetzt, es wurde aber klargestellt, dass bei Bestehen einer neuen Lebensgemeinschaft unter 2 Jahren die Beschränkung des Unterhaltsanspruchs nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann (und es gibt auch schon Entscheidungen die bei kürzerer Dauer den Unterhaltsanspruch ausschließen).

Es werden auch hier immer alle Umstände des Einzelfalles vom Tatrichter abgewogen, eine schematische Antwort, ob, in welchem Umfang und für welche Zeitdauer in Ihrem Fall Unterhalt geschuldet ist, ist daher nicht möglich.


Mit freundlichen Grüßen
Bettina Simon
26.03.2012 14:01 Bettina Simon ist offline Homepage von Bettina Simon Nimm Bettina Simon in deine Freundesliste auf
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