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Zum Ende der Seite springen Kein Respekt vor Erwachsenen
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Nathalie
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Dabei seit: 16.04.2012
Beiträge: 4

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Hallo liebes Rabeneltern-Team,

Ich bin neu hier, und nicht sicher, ob dies der richtige Ort für diese Frage ist.
Also erst einmal: Ich bin Nathalie, habe einen 4-jährigen Sohn und eine 14-Monatige Tochter; ich stille, trage und schlafe mit meinen Kindern, habe sie noch nie geschlagen, aber den Grossen schon seeeehhhr oft angeschrien, und ihm auch Prügel angedroht. Auch mein Mann schlägt die Kinder nicht. Gemeinsam legen wir Wert auf gewaltfreie freundliche, respektvolle Kommunikation, Fersehn darf er nur sehr wenig, also nur DVDs von Bob dem Baumeister oder ähnliches. Wir sind beide Lehrer. Wir wissen (beziehungsweise dachten zu wissen) wozu Gewalt und Respektlosigkeit in der Erziehung führen kann. Naja, und nun zu unserem Sohn:

Er war schon immer ein "high-need-baby". Er hat wenig geschlafen seeehr oft und lange an meiner Brust getrunken, geclustert ungefähr von 13:00 bis 20:00, usw... Mit der Zeit wurde das dann alles besser, er wurde zu einem aufgeweckten, phantasievollen Kleinkind, kann sich verbal ganz gut ausdrücken, also, alles scheint in Ordnung. An das wenig schlafen (10 Stunden auf 24 Stunden verteilt reichen) haben wir uns irgendwie gewöhnt. Wir haben versucht ihm Grenzen zu setzen, da wo es für uns wichtig war, und bei vielen Kleinigkeiten durch die Finger geschaut, da er schon immer sehr fordernd und überzeugend war.

Und heute? Eigentlich seit seine Schwester da ist, doch vermehrt dieses Jahr nimmt sein Benehmen ständig ab. Er geht zur Schule (in Luxemburg können Kinder ab 3 Jahre zur Schule gehen, das nennt sich dann Précoce und ist eine Art Vorstufe zum Kindergarten) und mag das eigentlich auch. Er hat 2 sehr liebe Lehrerinnen.

Wie ist sein Benehmen denn jetzt? Naja, er ist sehr impulsiv und provoziert wo er nur kann! Zu Hause äussert sich das in vielen aufeinanderfolgenden kleinen Aktionen, wie Schwester schubsen, Dinge schmeissen, auf andere Dinge klettern, immer genau das machen, von dem wir gerade nein gesagt haben,...Seit neuestem schlägt er uns als Eltern sogar! Wir haben angefangen dieses Verhalten zu unterbrechen, in dem wir ihn bei der "2. dummen Aktion" zu einer Auszeit zwingen - also er muss sich dann für ein paar Minuten auf einen Stuhl im Gang setzen. Mal hält er diese Auszeit ein um danach genau da weiter zu machen, wo er aufgehört hatte, mal ignoriert er die Auszeit, bis wir ihn quasi mit Gewalt und Gebrüll in sein Zimmer zerren und da für ein paar Minuten einsperren! Oder wir schliessen uns im Wohnzimmer ein, und ihn damit aus.

So, er hat also kaum mehr Respekt vor uns als Eltern, zeiget eigentlich auch kaum Gefühle, ausser Wut und Schreianfälle mit Tränen, wenn er wirklich nicht bekommt was er will. Er zeigt keinerlei Mitgefühl oder Einsicht. Zudem kommt, dass es in der Schule nun auch nicht mehr klappt. Auch da muss er immer wieder Auszeiten nehmen, die er nicht einhält. Die Lehrerinnen meinen, er hat erkannt, dass sie als Lehrerinnen eigentlich keinerlei Macht über ihn haben, eigentlich nichts wirklich machen können, wenn er sich schlecht benimmt. Jetzt schon? Mit knapp 4 Jahren hat er das schon erkannt? Wie soll es denn die nächsten Jahre weitergehen? Zudem kommt, dass er gestern auch eine der Lehrerinnen geschlagen hat!

Mein süsser 4jähriger Sohn, schlägt die Lehrerin? Wohin soll das führen? Oder ist das in dem Alter normal? Und wie können wir ihn von diesem Schlagen abbringen. Wir leben ihm das doch nicht vor, auch wenn ich ihm in meiner Wut auf ihn schon mal mit Schlägen drohe, weil ich mir in der Situation dann auch nicht mehr zu helfen weiss... Er übernimmt auch keinerlei Verantwortung für sein Handeln. Egal was er tut, selbst wenn er es vor unserern Augen tut, er war es nicht. Es war der Wind, eine böse Hexe, die Hecken, ein anders x-beliebiges Kind aus der Schule... Mit ihm reden führt immer zu so einer fantastischen sich-aus-der-Affaire-ziehen seinerseits: "Aber Mama, weist du, ich habe das nicht getan, eine böse Hexe (austauschbar mit der Wind/einem Kindernamen/die Hecken/Flash Mcqueen/... hat Sarah gebissen/die Lehrerin geschlagen/....getan)"

Ausserdem fängt er an die Augen im Kopf zu verdrehen, wenn ich mit meiner "lass-uns-mal-reden"-Masche komme. Aber was sonst tun ausser reden, Ich-Botschaften senden, Gefühle spiegeln...? Und wo kommt das Verhalten her? Welches Bedürfniss steckt hinter diesem Verhalten? Will er mehr Mama-Kuschelzeit? Wie viel davon braucht er denn? Ich kann ihm nicht mehr geben als er zur Zeit bekommt. Ist er so extrem eifersüchtig auf seine Schwester? Sie ignorieren und in einen Kinderkäfig sperren um mehr Zeit für ihn zu haben geht ja auch nicht. Oder kommt da wieder das "high-need-baby" zum Vorschein: Er braucht von allem mehr, als andere, bzw. mehr als wir als Eltern ihm geben können. Er kann stundenlang auf meinem Schoss herumhängen und schmusen und sich von mir Bücher vorlesen lassen. Stundenlang!!! Welche Eltern können sich denn 2, 3 oder mehr Stunden nur mit einem Kind und einem Haufen Bücher hinsetzen und haben sonst nix zu tun? Oder ist das eben normal, eben das was alle Kinder verlangen und brauchen?

Mein Mann fragt sich immer öfter, ob wir ihm nicht doch von klein an den Hintern hätten versohlen sollen.

Ich weiss im Augenblick echt nicht mehr weiter.
Vielen Dank schon mal fürs Lesen.
Liebe Grüsse,
Nathalie
05.06.2012 09:00 Nathalie ist offline E-Mail an Nathalie senden Nimm Nathalie in deine Freundesliste auf
minnegard minnegard ist weiblich
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Kinder: Zwei. Den Fußballkerl und das Schüppchen.. dazu Caroline-Benedikt im Bauch. :D

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Uff. Langer Text.
Was mir spontan auffällt:

- Ist das Baby anders?! Hat es nicht so starke Bedürfnisse? Kommt man mit ihm 2besser" klar? Merkt er evtl unterschwellig eure Erleichterung darüber? Fühlt er sich daher unwohl...? Kommt mir so vor, als versuche er sich eure ungeteilte aufmerksamkeit zurück zu holen, indem er ein Programm fährt, dass er kennt, mit dem er sich auskennt. Es gelingt ihm ncht durch "nettes, unkomplziertes" Verhalten genug Fokus zu bekommen, also macht er es eben so!?!

- Ist es evtl. zu viel für ihn, in diese "Schule" zu gehen?! Wie gruselig, dass man mit 3-4 schon von "Lehrerinnen" und "Respekt" reden muss.
Eigentlich sollte das Leben da doch Spiel und entdeckung sein. Und dabei liebevolle Begleitung.

- Ich glaub mit so Sachen wie aus dem Raum "zerren" etc. und dem "Stillen Stuhl" ist man schon unglaulich weit gegangen. Das wäre mir schon zu heftig.
Vielleicht hilft es, die Situation nochmal anderweitig zu durchbrechen?! Szenenänderung, Anweisungen, Hilfsbitten, Vorschläge?!

__________________

05.06.2012 09:12 minnegard ist offline E-Mail an minnegard senden Nimm minnegard in deine Freundesliste auf
josiane josiane ist weiblich
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mir fällt dazu spontan Überforderung ein.

Und Respekt von nem 4jährigen fordern, finde ich irgendwie strange.
Ich schließe mich minnegard an: das Leben in dem Alter sollte noch Spiel und Spaß sein udn die Erwachsenen sollten begleiten udn nicht lehren.

Vielleicht fühlt er sich auch ungeliebt und abgeschoben, weil die Schwester jetzt da ist.

Ich würde, auch wenn es schwer fällt, da mit Klöters gehen. Liebevolle Aufmerksamkeit geben soviel es nur geht. Nicht schimpfen etc. (ich weiß, es ist schwer).
Vielleicht magst du dir ja mal die Klötersbriefe besorgen udn lesen.

Mir helfen sie sehr (meine Kinder sind ähnlich alt) einfach weil so kleine Wesen einen ungemein herausfordern können.

LG

__________________
LG josiane
"Mutterglück ist das was man empfindet, wenn alle Kinder schlafend im Bett liegen!"



05.06.2012 09:49 josiane ist offline E-Mail an josiane senden Nimm josiane in deine Freundesliste auf
Trin
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Dabei seit: 01.08.2007
Beiträge: 9.616

RE: Kein Respekt vor Erwachsenen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo,

Ich finde es gut, daß ihr euch um gewaltfreie Erziehung bemüht.

Aber - anschreien und mit Schlägen drohen ist KEINE Gewaltfreie Erziehung. Es ist verbale und emotionale Gewalt und es IST REspektlosigkeit. Selbst dann, wenn sie körpoerlich nicht umgesetzt wird.

Euer Kind liebt euch, euer Kind glaubt euch absiolut, also glaubt es euch, daß ihr es schlagen WÜRDET. Und das tut der Seele genau so weh wie echte Schläge.

Auch der Stille Stuhl und aus dem Zimmer zerren sind KEINE gewaltfreien Erziehungsmittel, im Gegenteil. Sie üben einen enormen Druck aus und "zerren" kann niemals gewaltfrei sein.

Ich denke, da wäre ein Ansatzpunkt. Wie könnt ihr daran arbeiten? Zähneknirschend leise reden wiord nichts bringen. Was müsste sich grundsätzlich änmdern (außer dem Kind, das darf erst mal bleiben wie es ist), damit ihr es nicht mehr anschreit?

Meine Erfahrung ist, man versucht oft das KIND zu erzioehen udn denkt: "Wenn das KIND erst anders ist, dANN können wir endlich wieder leib und nett mit ihm reden.

Aber es ist genau andersrum, ICH muß mich ändern, ich muß ruhiger, bnetter, leibevoller werden, ich muß den "Seelentank" meines Kindes füllen, DANN kann es irgendwann auch sein Verhalten ändern.

Geschwisterkind UND Scghulbeginn so jung, das sind 2 große Themen die er da bewältigen muß. Ich glaube, dafür braucht er Hilfe und keine Drohungen.

Vieles was du schreibbst, finde ich fpür einen 4-jährigen der aus seiner emotionalen Mitte ist, normal. Nicht schön, aber normal.

Wie könnt ihr ihm helfen, damit es ihm seelisch wieder gut geht? Was könnt ihr tun, damit er sich angenommen udn bedingungslos geliebt fühlt? Auch - oder vielleicht gerade - wenn er sich "so" benimmt?


Zitat:
Die Lehrerinnen meinen, er hat erkannt, dass sie als Lehrerinnen eigentlich keinerlei Macht über ihn haben, eigentlich nichts wirklich machen können, wenn er sich schlecht benimmt. Jetzt schon? Mit knapp 4 Jahren hat er das schon erkannt? Wie soll es denn die nächsten Jahre weitergehen?


Ein gescheites Kind. Aber viele Kinder erkennen das spätestens in dem Alter. Aber das ist nciht schlimm, denn wenn man die Kurve nciht kriegt, wenn sie klein sind, wird es später um so schwerer. Meinst du, ich könnte meinen Teenys noch mit der Forderung nach Respekt kommen? Ich denke nicht, daß das funktionieren würde.

Was dann bleibt? So vieles. Viel mehr als ein aus einer machtstellung heraus eingeforderter Respekt.
Beziehung. BEziehung statt ERziehung. Seelisch "beieinander" sein. Sich ineinander einfühlen. Sich lieb haben. Schauen, was der andere wirklich braucht... dafür sorgen, daß sie seelisch in ihrer Mitte sind. Auf eine gute WEise vorangehen können, der sie dann tatsächlich "folgen" können...


Zitat:
Er übernimmt auch keinerlei Verantwortung für sein Handeln. Egal was er tut, selbst wenn er es vor unserern Augen tut, er war es nicht. Es war der Wind, eine böse Hexe, die Hecken, ein anders x-beliebiges Kind aus der Schule... Mit ihm reden führt immer zu so einer fantastischen sich-aus-der-Affaire-ziehen seinerseits: "Aber Mama, weist du, ich habe das nicht getan, eine böse Hexe (austauschbar mit der Wind/einem Kindernamen/die Hecken/Flash Mcqueen/... hat Sarah gebissen/die Lehrerin geschlagen/....getan)"


Er ist 4. Und er hat eine ganz wunderbare Möglichkeit gefunden, mit seinen Schuldgefühlen umzugehen. Indem er sich die WElt erschafft, wie er sie haben möchte. Eine Welt, in der er eben NICHT das garstige Kind sein muss, für das er gehalten wird. Weil er das nämlich eigentlich acuh gar nciht ist.

Solche Phantasiegeschichten sind in dem Alter normal. Sie sind keine Lügen sondern bedeutetn "Ich wünschte, so wäre es".

Weißt du, mir fällt es fast schwer, das Posting ernst zu nehmen, zumdienst den Absatz mit "von klein auf den Hintern versohlen" weinen
Vermutlich wäre er trotzdem wie er ist. Und dann? Den Stock oder den Gürtel nehmen? Noch fester und noch länger schlagen?

WENN es kein Fake ist - dann kann ich dir nur sagen: Dein Kind ist 4. Es ist nicht 14 und nicht 24. Es ist 4.
Aus meiner Sicht ein ganz kleines, sehr bedürftiges, aber ganz normales Kind, daß es vor allem braucht, daß man es lieb hat.

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Sommerpause
05.06.2012 11:01 Trin ist offline E-Mail an Trin senden Nimm Trin in deine Freundesliste auf
Nathalie
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Themenstarter Thema begonnen von Nathalie
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Liebe Minnegard,
- Vielen lieben Dank für deine Antwort.
Mir gehen die Augen auf, ja, das Baby ist anders, sehr anders, "pflegeleichter", wenn ich das so nennen darf. Ich dachte eigentlich immer, ich würde mir Mühe geben, meinem Sohn das nicht zu zeigen, aber,... Kinder sind ja oft scharfsinniger als wir glauben! Da habe ich also mal einen Anhaltspunkt auf den ich in Zukunft acht geben kann.

- So auf den ersten Blick glaube ich nicht, dass die Schule zu viel für ihn ist, oder etwas gruseliges ist. Es wird gespielt, gesungen, gebastelt, Geschichten werden erzählt, die Kinder gehen in den Wald oder auf diverse Spielplätze, es gibt einen Psychomotorik-Raum in dem sie sich austoben können... und vor allem gibt es andere Kinder. Wenn er bei mir zu Hause bleibt, wird er fast keinen Kontakt zu anderen Kindern haben, da alle im Précoce sind, nur er dann nicht. Nur als Beispiel gibt es in unserer Strasse 7 Kinder in seinem Alter. Alle sind im Précoce und werden nach den Schulstunden noch in der Kita (bei uns heisst das Maison Relais) betreut, essen da,... bis die Eltern gegen 17:00 18:00 von der Arbeit kommen und sie abholen. Mein Sohn ist rein während der Schulstunden da! Er isst zu Hause und ist nachmittags bei uns! Auf der anderen Seite ist mir schon bewusst, dass er noch klein ist, es noch früh ist und "Schule" viel ist und anstrengend usw...

- Rauszerren und stiller Stuhl helfen mir ruhiger zu bleiben. Ich schreie und drohe wesentlch weniger, wenn ich sein mich störendes Verhalten sofort unterbreche, anstatt zu warten bis bei mir total die Luft raus ist. Er lässt sich in diesen Situationen auch auf nichts ein. Es ist in der Tat so, als spule er sein Programm ab, wie du schreibst.

Hmm, vielen Dank für deine Überlegungen. Ein Blick von aussen tut wirklich gut.
LG
Nathalie
05.06.2012 15:46 Nathalie ist offline E-Mail an Nathalie senden Nimm Nathalie in deine Freundesliste auf
Nathalie
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Themenstarter Thema begonnen von Nathalie
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Tut mir leid, falls nun einiges zweimal hier steht, ich verstehe das Antworten-System noch nicht ganz.

Liebe Minnegard und Josiane
- Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Mir gehen die Augen auf, ja, das Baby ist anders, sehr anders, "pflegeleichter", wenn ich das so nennen darf. Ich dachte eigentlich immer, ich würde mir Mühe geben, meinem Sohn das nicht zu zeigen, aber,... Kinder sind ja oft scharfsinniger als wir glauben! Da habe ich also mal einen Anhaltspunkt auf den ich in Zukunft acht geben kann.

- So auf den ersten Blick glaube ich nicht, dass die Schule zu viel für ihn ist, oder etwas gruseliges ist. Es wird gespielt, gesungen, gebastelt, Geschichten werden erzählt, die Kinder gehen in den Wald oder auf diverse Spielplätze, es gibt einen Psychomotorik-Raum in dem sie sich austoben können... und vor allem gibt es andere Kinder. Wenn er bei mir zu Hause bleibt, wird er fast keinen Kontakt zu anderen Kindern haben, da alle im Précoce sind, nur er dann nicht. Nur als Beispiel gibt es in unserer Strasse 7 Kinder in seinem Alter. Alle sind im Précoce und werden nach den Schulstunden noch in der Kita (bei uns heisst das Maison Relais) betreut, essen da,... bis die Eltern gegen 17:00 18:00 von der Arbeit kommen und sie abholen. Mein Sohn ist rein während der Schulstunden da! Er isst zu Hause und ist nachmittags bei uns! Auf der anderen Seite ist mir schon bewusst, dass er noch klein ist, es noch früh ist und "Schule" viel ist und anstrengend usw...

- Rauszerren und stiller Stuhl helfen mir ruhiger zu bleiben. Ich schreie und drohe wesentlch weniger, wenn ich sein mich störendes Verhalten sofort unterbreche, anstatt zu warten bis bei mir total die Luft raus ist. Er lässt sich in diesen Situationen auch auf nichts ein. Es ist in der Tat so, als spule er sein Programm ab, wie du schreibst.

- Wer oder was sind/ist Klösters/Klöstersbriefe?

Vielen Dank auch für eure Antwort.

Liebe Trin,

Vielen Dank für deine lange ausgiebige Antwort.
Ich bin mir bewusst, dass schreien und gewalt androhen NICHt gewaltfrei ist. Deshalb suche ich ja nach Hilfe, versuche etwas (mein Kind/die Situation/mich) zu ändern. Denn der nächste Schritt wäre ja logischerweise, die Drohung tatsächlich wahr zu machen. Und auch wenn wir abends so vor uns hin grübeln und uns dann schon mal so Gedanken kommen, wie, was wäre wenn wir denn "traditionnel" also mit Prügeln erzogen hätten, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass Gewalt NICHT die Lösung ist, und es anders gehen muss.

Ich hab schon eine Psychologin mehr für mich aufgesucht, aber das hat nichts genutzt, weil sie nicht ganz auf der gleichen Wellenlänge war wie wir. Mit Tipps, wie manchmal einen Klapps auf den Hintern (von ner Psychologin!), davon stirbt man ja nicht, kann ich halt nichts anfangen. Wie in dem Buch "Mama warum schreist du so" in mich hineinhorchen und meinem kindlichen verletzten Selbst Einfühlung geben, hilft auch nur bedingt weiter. Und hier bei euch hoffte ich auf wenigstens Gleichgesinnte zu treffen, die mir besser weiterhelfen können. Deshalb auch: Nein, es ist kein Fake. Ich hätte nicht die Zeit soetwas auch noch zu erfinden.

Mit dem Stillen Stuhl verbinde ich folgende Überlegung: Nach dem Buch "So sag ich's meinem Kind" sollte auf unangebrachtes Verhalten schon eine Konsequenz folgen. Beispiel: Du hast dir meine Jacke ausgeliehen, sie kaputt zurückgebracht. Logischde Konsequenz: Ich leihe dir keine Kleider mehr! Wir haben uns nun gefragt, was denn nun genau das schlechte Verhalten unseres Sohnes genau ausmacht und welche logische Konsequenz daraus zu ziehen wäre. Die Antwort einer gleichgesinnten Freundin: er benimmt sich im sozialen Kontext nicht sozial, also muss er den sozialen Kontext für kurze Zeit verlassen. Was meinst du dazu? Wenn es kurzfristig hilft, dass wir als Eltern nicht die Beherrschung verlieren?

Was sich grundsätzlich ändern müsste, damit wir unseren Sohn nicht mehr anschreien? Gute Frage. Seit der Stuhl-Konsequenz schreie ich deutlich weniger. Ich habe mir eine Putzfrau besorgt, dass nimmt noch anderen Druck von mir und macht dass unser Zuhause hübscher und harmonischer aussieht, ich glaube ich schreie seit dem nochmal weniger. Ich kann ihn auch öfter zu Hause behalten, also nicht jeden Tag zur Schule schicken. Aber seine kleine Schwester wird auch da sein! Mehr fällt mir da jetzt nicht dazu ein, aber es gibt mir Stoff zum Nachdenken.

Vielen Dank auch für die Bestätigung dass alles noch im "normalen" Bereich ist. Dass andere Kinder in der gleichen Situation genauso oder ähnlich handeln und sich benehmen würden.

Er ist zur Zeit sehr hin-und-her-gerissen zwischen gross sein und klein sein. Wir spielen oft Rollenspiele in denen er das Baby ist. Er will aber zum Beispiel auch nachts trocken werden (was allerdings noch nicht klappt, da er, wenn er dann mal endlich schläft, so fest schläft, dass er den Pipi nicht spürt).

Mit Respekt vor uns als Eltern und seinen Lehrerinnen meine ich jetzt auch nichts anderes, als dass er ... hmmm, was eigentlich... wenigstens uns nicht schlägt?

Ja, ich will Beziehung statt Erziehung. Deshalb bin ich ja so neben mir, dass im Augenblick vieles so schief läuft.

Und Danke, danke, danke, dass mir mal endlich jemand das mit den Fantasiegeschichten erklärt! Ich frage mich seit Monaten, ob er bewusst lügt, ob Kinder in dem Alter das schon können, oder ob er mit seiner Fantasie nicht einfach die Realität in seinem Kopf so ändert, dass sie so ist wie er sie haben möchte... Das Wort Lügen kennt er eigentlich auch noch gar nicht, wir nennen ihn ganz bewusst nicht Lügner, oder böse, oder sonst irgendwie negativ. Aber selbst diese Psychologin hat mir diese Frage nicht befriedigend beantwortet.

He, und ich liebe meine Kinder. Jahre lang mit Freude stillen, tragen, im Familienbett schlafen, trägt meiner Meinung nach zu einer ganz besonderen, tiefen Art der Beziehung bei. Diese gleichgesinnte Freundin meinte auch, dass wir uns als Familie einer dem anderen ganz besonders nahe sind, und in unserer Nachbarschaft haben wir den Ruf der besonders liebevollen einfühlsamen Familie. Und dann die Kehrseite, in letzter Zeit. Und wenn man mitten drin ist in der Situation sieht man nicht alle Möglichkeiten, nicht alle Bedürfnisse,...

Also nochmals vielen Dank für eure Antworten, ihr habt mir echt Stoff zum Nachdenken gegeben, der endlich einmal auch weiterhelfen wird.

Nathalie
05.06.2012 16:29 Nathalie ist offline E-Mail an Nathalie senden Nimm Nathalie in deine Freundesliste auf
Christiane Rupp
Rabenexpertin

Dabei seit: 19.07.2007
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Guten Morgen!

Ich finde, dass hier schon viele wertvolle Dinge in den Antworten geschrieben wurden, das hast du ja auch bereits geschrieben.

Du schreibst, dass dass er hin- und hergerissen sei zwischen groß und klein sein. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich sehe es nämlich auch so, dass er in erster Linie überfordert ist. Wenn das so ist, dann hilft es wenig, den Druck zu erhöhen, der Druck muss raus, das ist die Herausforderung für euch.

Er kommt in der Schule eigentlich gut klar - das ist eine ziemliche Leistung, finde ich und ich vermute, dass er irgendwann einfach an seine Grenzen kommt und den Druck irgendwie los werden muss. Natürlich ist es kein guter Weg, wenn er auf seine Schwester oder euch los geht, das steht ja außer Frage. Aber er braucht etwas anderes als Bestrafung, das ist ebenso klar.

Ich würde an eurer Stelle versuchen, den Druck auf ihn deutlich zu reduzieren und eure Anforderungen auf ein absolutes Mindestmaß herunter zu schrauben. Statt mehr Regeln und mehr Auszeit würde ich versuchen, ihm viel Zuwendung und Einzelzeit zu geben.

Bedenkt, dass ein Kind keine Schalter in sich hat, die es umlegen kann, wenn man anders mit ihm umgeht als bisher. Das wird eine Weile dauern, bis eure Veränderung bei ihm ankommt. Habt Geduld und Ausdauer.

Gewaltfreie Kommunikation ist eine feine Sache, auf jeden Fall, aber ohne Empathie bleibt sie mechanisch in ihrer Anwendung. Ich glaube, dass für euch alle viel gewonnen ist, wenn ihr so oft wie möglich in solchen kritischen Momenten versucht, euch einzufühlen. Das fällt schwer, wenn die Situation eskaliert, aber es hilft enorm.
Und - guckt verstärkt darauf, was er gut macht und was toll an ihm ist. In solchen Phasen neigt man dazu, nur noch defizitär auf sein Kind zu gucken und ist auch dadurch schneller in einer negativen Spirale drin als man glaubt.

Ich wünsche euch alles Gute.

__________________
Herzliche Grüsse, Christiane
07.06.2012 08:31 Christiane Rupp ist offline E-Mail an Christiane Rupp senden Nimm Christiane Rupp in deine Freundesliste auf
Nathalie
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Dabei seit: 16.04.2012
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Themenstarter Thema begonnen von Nathalie
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Liebe Christiane,

Vielen Dank für deine Antwort.

Wir haben entschieden, dass unser Sohn erst mal insgesamt weniger zur Schule gehen soll, um mehr Zeit mit mir zu haben. Es scheint ihm in der Tat gut zu tun.

Ich glaube wir sind tatsächlich in so einer negativen Spirale drin. Ich glaube aber auch, ich finde so langsam wieder raus und sehe meinen Jungen wieder mit anderen Augen, bei meinem Mann wird es allerdings noch dauern.

In der ganzen letzten Woche gab es fast keine Auszeiten mehr. Das Schwierige ist nur, ihm den Kontakt zu mir zu geben, den er braucht, ohne die Kleine zu vernachlässigen und ohne mich selbst dabei total zu vergessen... Aber ich bin optimistisch.

Liebe Grüsse,
Nathalie
11.06.2012 14:57 Nathalie ist offline E-Mail an Nathalie senden Nimm Nathalie in deine Freundesliste auf
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"Mutterglück ist das was man empfindet, wenn alle Kinder schlafend im Bett liegen!"



11.06.2012 18:23 josiane ist offline E-Mail an josiane senden Nimm josiane in deine Freundesliste auf
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