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Zum Ende der Seite springen Trennung - finanzielle Fragen
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Familienrechts-Alias


Dabei seit: 06.05.2011
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Trennung - finanzielle Fragen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Geburtsjahr: 1953
Staatsangehörigkeit: deutsch
Ausgeübte Tätigkeit/Arbeitsumfang: Hausfrau
Nettoeinkommen monatlich: 0 €

Geburtsjahr des Kindes/der Kinder: 1986, 1989
Sind beide Elternteile sorgeberechtigt? Ja

Eheschließung im Jahr: 1980
Ehevertrag: nein

Antworten bitte nur vom Experten und der Fragestellerin/dem Fragesteller, keine Antworten Dritter! Danke.


Hallo,

ich hoffe eine Fragestellung ist hier möglich, auch wenn es nicht um mich selbst geht. Genauer gesagt geht es um meine Mutter (da diese aber mit PC/Internet nicht zurecht kommt poste ich an ihrer Stelle hier).
Sie und mein Vater sind seit etwa 30 Jahren verheiratet und haben 2 Kinder, mich und meinen Bruder. Vor meiner Geburt war meine Mutter berufstätig, seitdem ist sie ohne eigenes Einkommen Hausfrau. Mein Vater ist 1959 geboren.

Sie ist in der Ehe schon lange sehr unglücklich und hat sich bisher nicht getraut, sich zu trennen. Nun verschlimmert sich die Situation immer mehr und eine Trennung steht zumindest ernsthaft im Raum. Sie allerdings sehr unsicher bezüglich der wirtschaftlichen Seite.

Daher die Frage: Steht ihr zumindest im Trennungsjahr Unterhalt durch meinen (recht gut verdienenden) Vater zu? Und falls ja, wie viel? Danach hat sie meiner Meinung nach keinen Anspruch auf eine Zahlung, richtig? Derzeit steht ein größerer Betrag als Erbe für meine Mutter an. Hat dieser einen Einfluss auf eine eventuelle Unterhaltszahlung?

Das nächste Problem ist das Haus. Vor 15 Jahren hat meine Mutter 1/3 ihres Elternhauses geerbt und beide haben einen Kredit aufgenommen um den Rest an die Geschwister auszuzahlen. Diesen Kredit zahlen sie - vom Gehalt meines Vater - zurzeit noch ab, eine Restlaufzeit von etwa 5 Jahren ist noch geblieben. Meine Mutter würde das Haus auf Grund des persönliches Bezuges gern behalten, aber ist das überhaupt möglich? Hat sie mehr Anspruch darauf als mein Vater? Müsste sie ihn dann auszahlen? Müsste das Haus verkauft werden?

Es ist stark anzunehmen, dass mein Vater nach einer Trennung nicht zur Kooperation bereit sein wird und freiwillig keine finanzielle Unterstützung leisten würde. Soweit als möglich würde er versuchen meiner Mutter Steine in den Weg zu legen. Ich nehme an, ein Anwalt ist in diesem Fall sicher nötig? Wie lange dauert es eine Zahlung einzuklagen?

Außerdem wohnt mein Bruder noch zuhause. Er studiert derzeit im 4. Semester und hat kein eigenes Einkommen. Hat er ebenfalls einen Anspruch auf Unterhalt? Im Trennungsfall würde er vermutlich nicht bei meinem Vater wohnen bleiben wollen. Hätte er in dem Fall einen größeren Anspruch?
Wie sieht es nach der Scheidung aus? Meine Mutter ist durch ihr Alter, ihre Gesundheit und der langen Zeit als Hausfrau vermutlich nicht mehr in Arbeit zu vermitteln. Gibt es in dem Fall eine Alternative zu Sozialhilfe oder wird es darauf hinauslaufen? Müssen wir als Kinder für sie finanziell aufkommen?

Sie merken, ich kenne mich sehr wenig mit diesem Thema aus und hoffe sehr, dass Ihre Antwort ein wenig Klarheit schaffen. Ich hoffe meine Fragen kommen Ihnen nicht zu naiv und ungeordnet vor, aber es beschäftigt mich momentan alles auch emotional sehr.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch schon einmal für Ihre Antwort bedanken.
11.04.2012 20:25 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
Bettina Simon Bettina Simon ist weiblich
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Beiträge: 1
Herkunft: Regensburg

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Guten Tag liebe Fragestellerin/ lieber Fragesteller!

Ich habe zu Ihren Fragen vorab eine Rückfrage:

Ist Ihre Mutter Alleineigentümerin des Hauses (zu ersehen aus dem Grundbuch)

Wenn nein, wer ist Miteigentümer?

Mit freundlichen Grüßen
Bettina Simon
12.04.2012 09:09 Bettina Simon ist offline Homepage von Bettina Simon Nimm Bettina Simon in deine Freundesliste auf
Familienrechts-Alias


Dabei seit: 06.05.2011
Beiträge: 0

Themenstarter Thema begonnen von Familienrechts-Alias
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Liebe Frau Simon,
danke für ihre schnell Antwort.
Meine Eltern sind beide Eigentümer das Hauses, es gehört laut Grundbuch also beiden. Das dürfte die Angelegenheit vermutlich nicht leichter machen.
Ich hoffe sehr auf Ihren Rat.
12.04.2012 13:23 Familienrechts-Alias ist offline E-Mail an Familienrechts-Alias senden Nimm Familienrechts-Alias in deine Freundesliste auf
Bettina Simon Bettina Simon ist weiblich
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Guten Tag liebe Fragestellerin/ lieber Fragesteller!

Ich habe Ihre Fragen aus Ihrem Text kopiert und meine Antworten dazwischengesetzt, damit es übersichtlich bleibt:

Steht ihr zumindest im Trennungsjahr Unterhalt durch meinen (recht gut verdienenden) Vater zu?

In der geschilderten Konstellation steht Ihrer Mutter jedenfalls Trennungsunterhalt zu.

Und falls ja, wie viel?

Der Trennungsunterhalt berechnet sich aus dem sogenannten prägenden Einkommen. Da Ihr Vater Alleinverdiener ist, wird sein Nettoeinkommen um abzugsfähige Posten „bereinigt“ (z.B. Belastungen aus Darlehen, zusätzliche Altersvorsorge, Versicherungen, Kindesunterhalt, berufsbedingte Aufwendungen) und um den sogenannten Erwerbstätigenbonus gekürzt (10%), aus dem sich hieraus ergebenden Betrag steht Ihrer Mutter die Hälfte als Unterhalt zu.

Danach hat sie meiner Meinung nach keinen Anspruch auf eine Zahlung, richtig?

Nein, das ist nicht richtig. Auch nach der Gesetzesreform 2008 kann Anspruch auf nachehelichen Unterhalt bestehen, im Fall einer nach gemeinschaftlichem Beschluß eingerichteten 30 jährigen Alleinverdienerehe, besteht ein solcher Unterhaltsanspruch sogar ganz sicher. Dieser Unterhaltsanspruch kann hinsichtlich Höhe und Dauer begrenzt werden, aufgrund der Dauer der Ehe und des Alters Ihrer Mutter ist hier aber eher zu vermuten, dass ein unbegrenzter Unterhaltsanspruch zugesprochen wird.

Derzeit steht ein größerer Betrag als Erbe für meine Mutter an. Hat dieser einen Einfluss auf eine eventuelle Unterhaltszahlung?

Der Zufall einer Erbschaft ist grundsätzlich eine Frage der Vermögensauseinandersetzung (dort wird bei Erbschaften aber nur der Wertzuwachs währen der Ehezeit ausgeglichen) und nicht eine Frage des Unterhaltes. Anders verhält es sich mit etwaigen Erträgen aus dieser Erbschaft (etwa Mieteinnahmen bei einer ererbten Immobilie oder Kapitalerträge) diese mindern als Einkommen Ihrer Mutter deren Unterhaltsanspruch gegen Ihren Vater.

Das nächste Problem ist das Haus. Vor 15 Jahren hat meine Mutter 1/3 ihres Elternhauses geerbt und beide haben einen Kredit aufgenommen um den Rest an die Geschwister auszuzahlen. Diesen Kredit zahlen sie - vom Gehalt meines Vater - zurzeit noch ab, eine Restlaufzeit von etwa 5 Jahren ist noch geblieben.

Meine Mutter würde das Haus auf Grund des persönliches Bezuges gern behalten, aber ist das überhaupt möglich? Hat sie mehr Anspruch darauf als mein Vater?


In dieser Konstellation (beide hälftige Miteigentümer) hat keiner einen Anspruch auf Übertragung des Alleineigentums. Es besteht aber ein Anspruch auf Teilungsversteigerung, d.h. wenn einer/ beide nicht weiter Miteigentümer bleiben will/ wollen, dann kann mittels einem gerichtlichen Verfahren die Versteigerung des Hausgrundstückes bewirkt werden.

Müsste sie ihn dann auszahlen?

Die Übertragung des Eigentumsanteils Ihres Vaters an Ihre Mutter ist frei zu verhandeln, da hierauf kein Anspruch besteht (s.o.), vermutlich wird er diesen Anteil nicht ohne Zahlungsausgleich übertragen. Problematisch ist hierbei sicher auch die Finanzierung, da die Bank Ihren Vater als Alleinverdiener eher nicht aus der Haftung entlassen wird. Bei einer Umschuldung müsste vermutlich ein Dritter (evtl. Sie oder Ihre Geschwister) als weiterer Schuldner neben Ihrer Mutter in die Darlehensverbindlichkeit anstelle des Vaters eintreten.

Sofern die Berechnung des Zugewinnausgleiches evtl. einen Zahlungsanspruch Ihrer Mutter gegen Ihren Vater ergibt (das hängt von der gesamten Vermögensbilanz ab), könnte dies in die Verhandlungen einfließen.

Müsste das Haus verkauft werden?

Wenn keine Einigung erzielt werden kann, wer das Haus alleine übernehmen soll und einer von beiden nicht weiter Miteigentümer bleiben will, kann die Versteigerung des Hauses erzwungen werden (s.o.)

Es ist stark anzunehmen, dass mein Vater nach einer Trennung nicht zur Kooperation bereit sein wird und freiwillig keine finanzielle Unterstützung leisten würde. Soweit als möglich würde er versuchen meiner Mutter Steine in den Weg zu legen.

Ich nehme an, ein Anwalt ist in diesem Fall sicher nötig?


Eindeutig ja. Um hier keine Ansprüche zu übersehen und eine fundierte Berechnung von Unterhalt und Vermögensausgleich vorzunehmen, sollte eine anwaltliche Beratung erfolgen.

Wie lange dauert es, eine Zahlung einzuklagen?

Bei Eilbedürftigkeit kann auch eine einstweilige Verfügung zum Unterhalt bei Gericht beantragt werden, dann kann ein Titel auch schon binnen Wochenfrist vorliegen, letztlich kann es sich aber auch unter einem solchen Antrag länger hinziehen abhängig von der Bearbeitungsgeschwindigkeit des Gerichtes.

Außerdem wohnt mein Bruder noch zuhause. Er studiert derzeit im 4. Semester und hat kein eigenes Einkommen.

Hat er ebenfalls einen Anspruch auf Unterhalt?


Ich gehe davon aus, dass Ihr Bruder volljährig ist. Er hat Anspruch auf Auszahlung des Kindergeldes, das aber auf seinen weiteren Unterhaltsanspruch angerechnet wird. Dieser bemisst sich nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle solange er noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnt, mit eigenem Hausstand nach dem Regelbetrag in Höhe von € 690,00 (dieser Betrag kann bei entsprechender Lebensstellung der Eltern angepasst werden).

Es gibt eine Vielzahl von Regeln, wann der Unterhaltsanspruch bei Ausbildung entfallen kann, etwa bei mehrfachem/ ungezieltem Wechsel des Studienfaches oder bei Wiederaufnahme der Ausbildung. Ebenso kann eigenes Einkommen des Auszubildenden angerechnet werden. Für eine Beurteilung hierzu man aber die Umstände des Einzelfalls detailliert kennen.

Im Trennungsfall würde er vermutlich nicht bei meinem Vater wohnen bleiben wollen. Hätte er in dem Fall einen größeren Anspruch?

Das lässt sich nur berechnen, wenn man konkret mit allen Abzügen das unterhaltsrelevante Einkommen Ihres Vaters kennt. In der höchsten bezifferten Stufe (bis € 5.000,00 einzusetzendes Einkommen) beträgt der Unterhaltsanspruch € 781,00 (abzüglich Kindergeld, das dem Volljährigen direkt zusteht).

Wie sieht es nach der Scheidung aus? Meine Mutter ist durch ihr Alter, ihre Gesundheit und der langen Zeit als Hausfrau vermutlich nicht mehr in Arbeit zu vermitteln. Gibt es in dem Fall eine Alternative zu Sozialhilfe oder wird es darauf hinauslaufen?

Nach meiner Einschätzung wird Ihrer Mutter über einen vermutlich sogar unbefristeten Anspruch auf nachehelichen Unterhalt und ab Eintritt des Rentenalters durch die ihr bei Scheidung zu übertragenden Rentenanwartschaften und ggf. durch weiter zu zahlenden Aufstockungsunterhalt abgesichert.

Letztlich wird das immer der Richter konkret im Einzelfall entscheiden, ich kann hier also keine bindende Prognose abgeben, aber die Rahmenbedingungen sprechen dafür.

Müssen wir als Kinder für sie finanziell aufkommen?

Das kommt nur in Betracht, wenn Ihre Mutter aus Rente und/ oder Unterhalt bzw. aus ihrem Vermögen ihren Bedarf nicht decken kann und wenn ihre Kinder ausreichend leistungsfähig sind.

Vom tatsächlichen Einkommen sind zu dieser Beurteilung ähnlich wie beim Ehegattenunterhalt die abzugsfähigen Posten abzusetzen und es muß ein erhöhter Selbstbehalt verbleiben, der nach Umständen variabel sein kann. Bei einem diesen Selbstbehalt übersteigenden Einkommen wird das Sozialamt vom übersteigenden Betrag in der Regel die Hälfte als Unterhalt einfordern.


Ich hoffe, daß damit Ihre Fragen beantwortet sind, wenn nicht, bitte ich um Rückfrage!

Mit freundlichen Grüßen
Bettina Simon
12.04.2012 15:52 Bettina Simon ist offline Homepage von Bettina Simon Nimm Bettina Simon in deine Freundesliste auf
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