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Zum Ende der Seite springen Mein Vater- er trinkt wieder
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Anonyma
unregistriert
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Gestern habe ich erfahren, daß mein Vater (75) wieder zu trinken angefangen hat.
Er hat jahrzehntelang viel Bier getrunken, trotzdem nach außen hin so funktioniert, daß nur die engsten Familienmitglieder davon wissen.
Agressiv macht ihn der Alkohol nicht, aber er schläft dann sehr viel, liegt tagsüber auf der Couch, ist launischer als er vom Charakter schon ist.
Das heißt, meine Mutter ist diejenige , die darunter leidet, früher hatte er Phasen, da hat er tagelang nicht mit ihr gesprochen, ich würde es als Psychoterror bezeichnen, wie er sich dann manchmal aufgeführt hat.

Vor einer sehr schweren Herz-OP, hatte ich es endlich mal geschafft, mit ihm über sein Problem zu sprechen. (Keiner meiner 3 Geschwister hat das je gemacht, oder war der Meinung, daß da etwas zu reden wäre, alle gucken nur weg)
Ich habe ihm mein Herz ausgeschüttet, ihm erklärt, wie ich viele Jahre sehr darunter gelitten habe, alles mitbekommen habe.
Das tat ihm auch wohl leid, aber er war absolut uneinsichtig, das Bier habe ihm eben einfach geschmeckt, aber er trinke ja seit einiger Zeit gar nicht mehr und brauche das auch nicht mehr (wegen der Herz-OP hatte er auch tatsächlich aufgehört, natürlich hatte er Angst).
Er kann einen starken Willen haben und wirklich eine Zeitlang aufhören.

Tja, nun hat er sich wieder gut erholt von der OP (war sehr heftig mit starken Nahtoderfahrungen). Er hat wieder angefangen, Auto zu fahren, kann also auch wieder Bierkästen holen.

Meine Mutter liebt ihn sehr, vor und während des Krankenhausaufenthaltes hat sie mir auch mehrmals erzählt, wie liebevoll sie miteinander umgehen, immer Küssen sie sich zum Abschied, ...
Soetwas hat sie mir immer erzählt, wenn er trocken war, dann ist er von seinem Wesen her viel liebevoller, sonst eher dominant und macht abfällige Bemerkungen.
Sie hat mich oft als Vertrauensperson mißbraucht, mir intime Sachen erzählt, die ich als Tochter nicht hätte hören sollen.
so habe ich in der Zeit, als ich noch im Haus meiner Eltern eine Wohnung hatte, viel mitbekommen, das mich bis heute sehr belastet.

Eine meiner Schwestern, die eine paar Häuser von meinen Eltern entfernt wohnt, ist der Meinung, man kann nichts ändern, ihn eben nur nehmen und lieben, wie er ist.
Meine Mutter ist derselben Meinung. Sie ist mit Sicherheit immer wieder enttäuscht, wenn er doch wieder anfängt, aber sie fügt sich in ihr Schicksal, meint aber, sie unterstützt ihn nicht mehr beim Trinken, mag ihm aber auch nicht nachspionieren, ob er jetzt wieder viel trinkt.
Wenn sie unterwegs sind, würde er nicht trinken (wie soll sie das wissen, wenn sie ihn doch nicht kontrolliert?)

Mein Bruder steht mir nicht so nahe, daß ich mich mit ihm darüber unterhalten kann, er trinkt wohl auch gerne mal ein Bier, und findet nichts dabei.(guckt auch weg oder will es nicht wahrhaben)

So, wo ist denn mein Problem?
Ich könnte ja auch sagen, er verhält sich nicht soo auffällig (nach außen hin, und zu Hause weiß ich jetzt gar nicht, ich weiß auch nicht, ob er schon wieder viel trinkt)
Bei meinem intensiven Gespräch mit ihm habe ich ihm gesagt, daß er keinen Tropfen mehr trinken dürfe, wenn er trocken bleiben will.
Er sieht das Problem nicht, er könnte auch wenig trinken, ohne wieder richtig anzufangen ( er hat früher viele Flaschen täglich getrunken).
Als ich ihn fragte, was ich machen sollte, wenn ich merke, er trinkt wieder, da sagte er, er wüßte genau, daß er das nicht mehr brauche.

Letzten Samstag war der 80. meiner Schwiegermutter und meine Eltern waren auch eingeladen.
Zum Sektempfang nahm er dann ein Glas Sekt (es gab auch alkoholfreie Getränke)
Als ich das gesehen habe, wurden meine Knie weich, ich bin zu ihm hin, und habe ihn gebeten, keinen Alkohol mehr zu trinken.
Kein Problem.
Hat er dann auch gemacht, aber ich wußte, er war nicht mehr trocken.
wenn er trotz meiner Bitte Alkohol getrunken hätte, ich wäre nicht mehr in der Lage gewesen, an der Feier teilzunehmen.

Am nächsten Tag habe ich dann meine Mutter gefragt, ob er wieder trinkt, um meine Vermutung betätigt zu sehen.
Ja, aber wieviel weiß sie nicht, sie würde ihn nicht kontrollieren...

Was mache ich jetzt?
Ich kann ja schlecht hinfahren, kontrollieren, wo er das Bier versteckt hat (er trinkt heimlich), ihn an die Hand nehmen, mit ihm zum Arzt.
Er würde auch leugnen, daß er viel trinkt (stimmt vielleicht auch, aber ein Anfang ist wieder gemacht)

Meine Mutter hatte früher schon öfter mit ihm darüber gesprochen, aber keinen Erfolg gehabt.
Er hat in seinem Leben schon ein paar Mal aufgehört und dann wieder angefangen.
Er sucht sich keine Hilfe.

Ich brauche aber Hilfe, ich kann nicht damit umgehen, ich will nicht mehr dorthin und ihn mit einer Fahne antreffen.

Vor unserem intensiven Gespräch vor der OP hatte ich auch für mehrere Monate den Kontakt so gut wie abgebrochen.
Da meine Mutter die "Hauptbezugsperson " in der Familie ist ( sie ist diejenige, die mit ihren Kindern telefoniert, sich um die Enkel kümmert, mein Vater ist eher passiv, was das Kümmern um Sozialkontakte angeht), leidet sie dann hauptsächlich darunter.

Viel Kontakt haben wir zwar in den letzten Jahren eh nicht gehabt, aber wir sind schon ab und zu mal hingefahren (20 Min Fahrtzeit).
Jetzt kann ich wieder nicht mehr hinfahren, ich fühle mich so verletzt, mal wieder enttäuscht, es fühlt sich so an, als ob er mich nicht liebt, sonst würde er doch nicht wieder trinken( ich weiß, er kann nicht anders, aber es fühlt sich einfach so an).

Ich habe sicher jetzt etwas wirr geschrieben, vielleicht kann jemand trotzdem etwas damit anfangen, und mir einen Rat geben, mich trösten oder was auch immer...
14.11.2011 09:57
Christiane Rupp
Rabenexpertin

Dabei seit: 19.07.2007
Beiträge: 84

RE: Mein Vater- er trinkt wieder Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Liebe Anonyma!

Ich kann mir vorstellen, wie sehr dich das belastet, aber es sprengt etwas den Rahmen dessen, was hier online an Beratung möglich ist. Bitte such dir Hilfe vor Ort. Hier www.dajeb.de kannst du nach Beratung in deiner Nähe suchen. Du kannst mir auch gerne eine PN schreiben, wenn du dabei Unterstützung möchtest.

Falls du mit anderen Userinnen hier in Kontakt kommen möchtest, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und dabei anonym bleiben möchtest, dann kannst du das hier tun http://community.rabeneltern.biz/board.php?boardid=19
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Ich wünsche dir alles Gute!

__________________
Herzliche Grüsse, Christiane
26.11.2011 10:04 Christiane Rupp ist offline E-Mail an Christiane Rupp senden Nimm Christiane Rupp in deine Freundesliste auf
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