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Veggie-Mama Veggie-Mama ist weiblich
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Dabei seit: 05.02.2009
Beiträge: 962
Kinder: Räuberhauptmann, Räuberhauptfrau, Bauchräuber

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Hallo,

das ist wahrscheinlich die zigste Frage zu diesem Thema, aber bei uns liegt ein besonderer Hintergrund vor, und ich bin im Moment ziemlich ratlos.

Zur Vorgeschichte: Mein Sohn ist gehörlos, erhielt vor einem Jahr bilateral Cochlea-Implantate und lernt seit dieser Zeit Hören und Sprechen. Seine Sprachentwicklung entspricht etwa der eines 1 1/2-jährigen Kindes (meine Einschätzung), er spricht ca. 80 Wörter und Zwei-Wort-Sätze. Sein Sprachverständnis und sein sprachliches Ausdrucksvermögen liegen also weit hinter dem der Gleichaltrigen zurück. Ansonsten ist er allerdings absolut normal entwickelt, in manchen Bereichen sogar wesentlich weiter als seine Altersgenossen.

Seit ein paar Wochen ist er sehr aggressiv. Er haut, tritt, beißt, zieht an den Haaren, wirft mit Gegenständen und ist gleichzeitig brutal und sensibel. Wenn ich ihn anschnauze, weil er mir z.B. seinen Hinterkopf gegen die Nase geschlagen hat, fängt er sofort an zu weinen und ist völlig erschüttert. Ich tröste ihn dann und kurz darauf lacht er wieder und schlägt erneut zu. Ich kann damit im Moment ganz schlecht umgehen. Er ist zu seiner kleinen Schwester sehr grob und letzte Woche gab es im Kiga einen Vorfall mit einer Erzieherin, die er so lange provoziert hat, bis sie ihm den Arm festgehalten hat. Heute morgen im Kiga hat er sich mit einem zwei Jahre älteren Kind angelegt und sie haben sich gegenseitig ins Gesicht geschlagen. Die Erzieherin meinte zwar, diese Phase hätten alle Kinder durchgemacht und sie sieht das ganz gelassen, aber ich weiß nicht, wie ich mit diesen Gewalttätigkeiten zuhause umgehen soll. Ich versuche, ruhig zu bleiben und ihn auf die Folgen hinzuweisen. Oder ich nehme sein Hauen zum Anlass und tobe mit ihm, versuche die Aggressionen spielerisch abzubauen. Aber irgendwie findet er Schlagen einfach total klasse.
Er zeigt z.B. auf seinen Teddy und sagt "Aua". Ich frage dann, ob der Teddy Aua hat, daraufhin nickt er und tritt auf den Teddy. Danach nimmt er ihn in den Arm und tröstet ihn ganz liebevoll. Er experimentiert extrem mit Ursache und Wirkung, hämmert Spinnen tot und sagt dann, dass sie kaputt sind.

Wie gehe ich am besten damit um? Ich will ihn nicht als Aggressor darstellen, es ist wahrscheinlich eine normale Phase. Allerdings denke ich, dass ein großer Teil seiner Gewalttätigkeit aus dem Frust über seine verbale Unfähigkeit stammt. Also, wie kann ich ihm durch diese Phase helfen? Soll ich seine Grobheiten thematisieren und ihm die Folgen deutlich machen, soll ich eher gelassen damit umgehen und hoffen, dass es von alleine aufhört? Was braucht er?

Das ist jetzt ganz schön lang geworden, mich beschäftigt das gerade ganz stark.
Danke schon einmal fürs Lesen und Antworten!

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04.10.2011 11:35 Veggie-Mama ist offline E-Mail an Veggie-Mama senden Nimm Veggie-Mama in deine Freundesliste auf
Christiane Rupp
Rabenexpertin

Dabei seit: 19.07.2007
Beiträge: 84

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Hallo, Veggie-Mama!

Ich habe erst einmal ein paar Rückfragen - wie ist die Sprachentwicklung eures zweiten Kindes? Wie würdest du dessen Stand beschreiben? Wie lang ist dein Großer schon im Kindergarten? Gab es irgendein Ereignis im Zusammenhang mit dem Beginn seines Verhaltens, das du beobachtet hast? Das kann auch ein aus Erwachsenensicht relativ unbedeutendes sein, vielleicht können die Erzieherinnen mit überlegen.

Bis bald!

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Herzliche Grüsse, Christiane
11.10.2011 20:34 Christiane Rupp ist offline E-Mail an Christiane Rupp senden Nimm Christiane Rupp in deine Freundesliste auf
Veggie-Mama Veggie-Mama ist weiblich
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Kinder: Räuberhauptmann, Räuberhauptfrau, Bauchräuber

Themenstarter Thema begonnen von Veggie-Mama
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Hallo Christiane,

die Sprachentwicklung der Kleinen ist nach meiner Einschätzung völlig normal. Sie spricht jetzt mit 12 Monaten vier Wörter, spricht einige Wörter spontan nach und hört auch ganz normal. Auch ansonsten ist die Kleine in ihrer Entwicklung ganz normal. Sie wird immer mobiler, ist mit 7 Monaten gekrabbelt und fängt gerade an frei zu laufen. Sie bietet dem Großen immer mehr die Stirn, lässt sich nicht mehr so leicht Spielzeug wegnehmen und beißt auch mitunter zurück. Die beiden verstehen sich eigentlich sehr gut, machen oft zusammen Quatsch und können auch richtig schön spielen. Bis sie irgendwas macht, was dem Großen nicht passt und dann wird er grob.
Der Große ist seit April im Waldkiga und ist sehr gut eingewöhnt und auch integriert. Er geht sehr gerne dorthin und er hat sich in dem halben Jahr sehr positiv entwickelt was sein Selbstvertrauen angeht.
Er war schon immer ein sehr "körperliches" Kind, vermutlich, weil sein Ausdrucksrepertoire so begrenzt ist. Seit unserem Urlaub Anfang September ist sein Verhalten ganz extrem. Ich weiß aber nicht, was konkret es ausgelöst haben könnte. Er hatte dort sehr viel Spaß, war den ganzen Tag mit vielen anderen Kindern zusammen. Wir haben sehr viele Ausflüge gemacht und er hat jede Menge Eindrücke gesammelt. In der Zeit hatte er auch einen Sprachschub, hat mit Zwei-Wort-Sätzen angefangen.
Ich kann die Erzieherinnen nochmal fragen, ich weiß nichts von einem bestimmten Ereignis im Kiga.

Mein Mann und ich geraten gerade extrem an unsere Grenzen. Der Große ist nur am Austesten und am Provozieren. Heute Abend hat er mir beim Abendessen ein Spielzeug ins Gesicht geworfen, beim Anziehen hat er meinen Mann in den Arm gebissen. Die Kleine hat einen Gebissabdruck am Oberschenkel... Es wird immer schlimmer. Die Psychologin in der Förderstelle konnte mir auch nicht wirklich weiterhelfen und ich verzweifle langsam. Ich bin nur noch am Schreien, werde selber grob und finde die Situation nur noch schrecklich. So kann es nicht weitergehen.

Mir fällt gerade noch ein: Seit dem Urlaub fragt er jeden Morgen nach dem Papa. Wahrscheinlich, weil wir zwei Wochen lang alle den ganzen Tag zusammen waren. Ich sage dann, dass der Papa auf der Arbeit ist, aber darunter kann er sich natürlich nichts vorstellen.

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11.10.2011 22:21 Veggie-Mama ist offline E-Mail an Veggie-Mama senden Nimm Veggie-Mama in deine Freundesliste auf
Veggie-Mama Veggie-Mama ist weiblich
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Ich nochmal. Ich habe letzte Nacht bis um zwei Uhr wachgelegen und über Deine Fragen gegrübelt. Dabei ist mir noch etwas eingefallen:

Zum neuen Kindergartenjahr hat ein Erzieherwechsel stattgefunden. Die Berufspraktikantin, die eine wichtige Bezugsperson für den Großen war, ist vor den Ferien gegangen, dafür kam ein Erzieher hinzu. Ich finde es sehr schön, dass jetzt auch ein männlicher Erzieher im Kiga arbeitet, allerdings finde ich sein Auftreten den Kindern gegenüber oft sehr schroff. Er tröstet z.B. die kleinen Kinder nicht, wenn sie weinen, sondern redet stattdessen stark auf sie ein. Damit ist unser Großer natürlich völlig überfordert. An einem Morgen habe ich eine Szene mitbekommen, die mir gar nicht gefallen hat.

Als ich heute mit ein paar anderen Müttern über das Thema Hauen etc. gesprochen habe, fragte mich die eine Mutter, ob meine Großer viel mit Kind X spielen würde. Der Junge würde wohl auch hauen und ihr Sohn hätte sich das wohl auch schon bei diesem Kind abgeschaut. Ich habe auch schon gehört, dass ein Kind mit diesem Kind nicht privat spielen will, weil das Kind so grob ist. Ich habe keine Ahnung, ob mein Großer viel mit dem Kind zu tun hat, werde da mal im Kiga nachfragen. Und ich werde die ErzieherInnen um ein Elterngespräch bitten, vielleicht ist ihnen sonst noch etwas aufgefallen.

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12.10.2011 20:06 Veggie-Mama ist offline E-Mail an Veggie-Mama senden Nimm Veggie-Mama in deine Freundesliste auf
Christiane Rupp
Rabenexpertin

Dabei seit: 19.07.2007
Beiträge: 84

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Hallo, Veggie-Mama!

Nachdem ich mir deine Antworten auf meine Fragen - danke! smile - durchgelesen habe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es eine Kombination aus Unterlegenheitsgefühl und Lernen am Modell zwinker ist. Auch der Erzieherwechsel kann für ein Kind wie deinen Sohn besonders irritierend sein. Dass dieser Erzieher nicht sonderlich empathisch zu sein scheint hilft sicher auch nicht direkt.

Es würde eurem Sohn sicher gut tun, wenn er bestimmte Bereiche hätte, in denen er der Große ist, kleine Aufgaben, Unternehmungen mit einem von euch etc.

Ein Gespräch mit den Erzieherinnen macht auf jeden Fall Sinn, vielleicht haben sie diesen Zusammenhang so noch gar nicht bemerkt. Ihr könnt versuchen, zu Hause möglichst wenig moralisch und eher deeskalierend vorzugehen, indem ihr ihm immer wieder sagt, dass Hauen nicht geht/akzeptiert wird, aber ich würde auch versuchen, den Blick zu verändern und immer in so einer Situation danach gucken, worum es eigentlich gerade geht. Also - was geht grade in ihm vor? Dann ist es eher gut, darauf zu reagieren als auf das Hauen selber.

Das Problem ist, dass man einfach ganz schnell in eine Schiene rutscht, die ja auf keinen Fall gewollt ist, nämlich dass Aufmerksamkeit an eine negatives E
Beziehungsrlebnis gekoppelt ist. Das solltet ihr unbedingt vermeiden. Daher ist es auch wichtig, eher die Momente positiv zu verstärken, in denen alles gut läuft.

Bei einem Kind in seinem Alter kann man sich ganz sicher sein, dass dahinter Hilflosigkeit steckt, wenn man das erst einmal akzeptiert hat, dann ist man schon einen Riesenschritt weiter.

Alles Gute für euch!

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Herzliche Grüsse, Christiane
15.10.2011 10:38 Christiane Rupp ist offline E-Mail an Christiane Rupp senden Nimm Christiane Rupp in deine Freundesliste auf
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